Austauschmotor einbauen: Checkliste für Werkstatt und Kunde

Austauschmotor einbauen ohne böse Überraschung: die Checkliste für vor, während und nach dem Motortausch, mit Hinweisen zu Anbauteilen, Schadensursache, Gewährleistung und Altteilpfand.
Wer einen Austauschmotor einbauen lässt, prüft am besten in drei Phasen: vor der Bestellung (passt der Motorkennbuchstabe, welche Anbauteile sind dabei), vor und während des Einbaus (Ursache des alten Schadens beheben, Öl, Filter, Kühlsystem und Steuertrieb) und nach dem Einbau (Probefahrt, Dichtheit, Ölstand). Wer dabei die Herstellervorgaben einhält und die Unterlagen aufbewahrt, behält die volle Gewährleistung.
Ein Motortausch ist für eine Werkstatt Routine, und trotzdem entstehen die meisten Probleme nach dem Einbau nicht am Motor selbst, sondern an Details: ein Anbauteil, das nicht dabei war, eine Schadensursache, die nicht behoben wurde, ein Kühlsystem, das nicht richtig entlüftet ist. Die folgende Motor-einbauen-Checkliste richtet sich an Werkstätten und an Kunden, die den Einbau in Auftrag geben. Sie ersetzt keine Herstellervorgaben, sorgt aber dafür, dass nichts Wichtiges vergessen wird.
Vor der Bestellung: Code und Anbauteile vergleichen
- Motorkennbuchstaben ermitteln. Der Code des neuen Motors muss mit dem alten übereinstimmen. Gleicher Hubraum und gleiche Leistung reichen nicht, denn unter einer Motorisierung gibt es oft mehrere Varianten. Wo Sie den Code finden, steht in unserem Ratgeber Motorcode finden.
- Anbauteile vergleichen. Lesen Sie die Artikelbeschreibung und sehen Sie sich die Fotos genau an: Welche Teile sind am gelieferten Motor montiert (zum Beispiel Turbolader, Einspritzanlage, Lichtmaschine, Klimakompressor, Krümmer, Kabelbaum)? Was fehlt, muss vom alten Motor übernommen oder separat beschafft werden.
- Zustand prüfen. Bei jedem Artikel steht, ob der Motor neu, gebraucht oder überholt ist. Das bestimmt auch die Gewährleistungsdauer.
- Bei Zweifel anrufen. Halten Sie die Fahrgestellnummer (FIN) bereit. Eine kurze Rückfrage vor der Bestellung spart später viel Zeit.
Passende Motoren finden Sie in unserer Übersicht Alle Motoren oder direkt über die Suche nach Motorcode oder OE-Nummer.
Bei der Lieferung: Palette in Anwesenheit des Fahrers prüfen
Motoren und Getriebe liefern wir per Spedition auf einer Palette, in der Regel innerhalb von 3–7 Werktagen. Die Spedition kündigt die Lieferung meist telefonisch an. Planen Sie bei der Anlieferung ein paar Minuten für eine Sichtkontrolle ein:
- Palette und Verpackung auf sichtbare Schäden prüfen, solange der Fahrer noch da ist.
- Transportschäden sofort auf dem Lieferschein bzw. Frachtbrief vermerken und vom Fahrer gegenzeichnen lassen.
- Schäden fotografieren und uns umgehend informieren.
- Palette und Befestigungsmaterial aufheben: Darauf kann das Altteil später zurückgehen.
Vor dem Einbau: Schadensursache finden und beheben
Das ist der wichtigste Punkt der ganzen Liste. Ein Motor geht selten ohne Grund kaputt. Wird die Ursache nicht gefunden, trifft es den neuen Motor oft genauso. Typische Beispiele:
- Überhitzung: Kühler, Wasserpumpe, Thermostat, Lüfter und Schläuche prüfen. Ist Öl oder Schmutz im Kühlsystem, das System gründlich spülen.
- Turboschaden: Ölzulauf und Ölrücklauf des Turboladers prüfen, Ladeluftkühler und Ladeluftleitungen auf Öl und Fremdkörper kontrollieren und reinigen.
- Ölmangel oder Ölpumpenproblem: Ölkühler und Leitungen auf Späne prüfen, bei Metallabrieb Bauteile reinigen oder ersetzen.
- Steuertrieb gerissen oder übersprungen: Spanner, Umlenkrollen und Führungen mit prüfen.
Danach folgen die klassischen Vorarbeiten: Anbauteile vom alten auf den neuen Motor übertragen, Dichtungen dabei erneuern, Motorlager prüfen und den Zahnriemen bzw. die Steuerkette kontrollieren oder nach Herstellervorgabe erneuern. Ist der letzte Wechsel unbekannt, ist ein Wechsel meist die sichere Wahl.
Während des Einbaus: Öl, Kühlsystem, Anzugsmomente
- Alle Schrauben mit den Anzugsmomenten nach Herstellerangaben anziehen, Dehnschrauben dort erneuern, wo es vorgeschrieben ist.
- Frisches Motoröl in der vom Hersteller freigegebenen Spezifikation einfüllen und einen neuen Ölfilter einsetzen. Luft- und Kraftstofffilter bei Bedarf gleich mit tauschen.
- Kühlsystem mit dem vorgeschriebenen Kühlmittel füllen und vollständig entlüften.
- Vor dem ersten Start Öldruck aufbauen. Das Vorgehen dazu richtet sich nach Herstellervorgabe und Werkstattpraxis.
- Stecker, Unterdruckschläuche und Leitungen auf festen Sitz prüfen.
Getriebe mit tauschen?
Wird auch ein Getriebe ersetzt, gilt dasselbe Prinzip: Getriebecode vergleichen, Getriebeöl in der richtigen Spezifikation und Menge einfüllen. Bei Automatik- und DSG-Getrieben ist nach dem Einbau in der Regel eine Grundeinstellung bzw. Adaption mit Diagnosegerät nötig. Mehr dazu in unserem Beitrag DSG-Getriebe defekt.
Nach dem Einbau: Probefahrt, Kontrolle und Einfahren
- Fehlerspeicher auslesen und löschen, anschließend erneut prüfen.
- Motor im Stand auf Betriebstemperatur bringen und auf Dichtheit prüfen: Öl, Kühlmittel, Kraftstoff, Ladeluft.
- Nach dem Abkühlen Kühlmittelstand kontrollieren und bei Bedarf nachfüllen.
- Probefahrt mit wechselnder Last, ohne Vollgas. Auf Geräusche, Temperatur und Warnleuchten achten.
- Die ersten Kilometer schonend fahren: keine Volllast und keine hohen Drehzahlen bei kaltem Motor.
- Ölstand nach kurzer Zeit erneut kontrollieren.
Austauschmotor einbauen: die Checkliste in der Übersicht
| Phase | Aufgabe | Warum |
|---|---|---|
| Vor der Bestellung | Motorkennbuchstaben vergleichen | Nur der gleiche Code passt sicher |
| Vor der Bestellung | Anbauteile laut Beschreibung und Fotos prüfen | Fehlende Teile rechtzeitig einplanen |
| Lieferung | Palette im Beisein des Fahrers prüfen | Transportschäden lassen sich nur so belegen |
| Vor dem Einbau | Ursache des alten Schadens beheben | Sonst trifft es den neuen Motor genauso |
| Vor dem Einbau | Zahnriemen oder Steuerkette prüfen bzw. erneuern | Ein Steuertriebschaden zerstört den Motor |
| Einbau | Anzugsmomente nach Herstellerangaben | Dichtheit und Betriebssicherheit |
| Einbau | Neues Öl, neuer Filter, Kühlsystem entlüften | Schmierung und Kühlung ab der ersten Minute |
| Nach dem Einbau | Probefahrt, Fehlerspeicher, Dichtheit | Probleme früh erkennen |
| Nach dem Einbau | Rechnung, Code und Einbaudatum aufbewahren | Nachweis im Gewährleistungsfall |
Gewährleistung behalten und Altteil zurückgeben
Auf neue Teile (0 km) gewähren wir 24 Monate, auf gebrauchte und überholte Teile 12 Monate Gewährleistung, jeweils ohne Kilometerbegrenzung. Damit die Gewährleistung voll erhalten bleibt, lassen Sie den Motor fachgerecht von einer Werkstatt einbauen und die Vorschriften des Herstellers einhalten, etwa Ölwechsel, Entlüften des Kühlsystems und Prüfung von Zahnriemen oder Steuerkette. Bewahren Sie Ihre Rechnung, den Motorcode, das Einbaudatum und die Werkstattrechnung auf. Alle Details finden Sie auf der Seite Gewährleistung.
Für Motoren und Getriebe fällt ein Altteilpfand an, in der Regel 500 € bei Motoren und 250 € bei Getrieben; der genaue Betrag steht beim Artikel. Sie erhalten es zurück, wenn Sie das baugleiche, komplette Altteil zurückgeben, am einfachsten direkt an die Spedition auf derselben Palette oder nach Absprache in Nortmoor. Nach Eingang und Prüfung wird das Pfand vollständig und direkt erstattet. Wenn Sie Anbauteile vom alten auf den neuen Motor umbauen, klären Sie den Rückgabeumfang am besten vorab telefonisch. Mehr dazu: Altteilpfand erklärt.
Sie sind unsicher, ob ein Motor passt oder welche Anbauteile dabei sind? Rufen Sie uns an unter +49 4950 93890 (Mo–Fr 8:30–12:30 und 13:30–17:30) oder schreiben Sie an info@motoren-dejong.de. Informationen zu Beratung, Versand und Abholung finden Sie unter Einbau & Service.
Häufige Fragen
Kann ich den Austauschmotor auch selbst einbauen?
Grundsätzlich ja. Für die volle Gewährleistung empfehlen wir aber den fachgerechten Einbau durch eine Werkstatt nach Herstellervorgaben, belegt durch eine Rechnung.
Was mache ich, wenn am gelieferten Motor ein Anbauteil fehlt?
Den Lieferumfang sehen Sie vorab in der Artikelbeschreibung und auf den Fotos. Fehlende Teile übernehmen Sie vom alten Motor oder beschaffen sie separat, viele davon wie Turbolader oder Lichtmaschinen führen wir auch als Einzelteil.
Wann bekomme ich das Altteilpfand zurück?
Sobald das baugleiche, komplette Altteil bei uns eingegangen und geprüft ist. Das Pfand wird dann vollständig und direkt erstattet.
Was tun, wenn nach dem Einbau eine Warnleuchte angeht?
Motor abstellen, den Fehlerspeicher auslesen lassen und die Ursache prüfen, bevor Sie weiterfahren. Rufen Sie uns gern an, wir helfen bei der Einordnung.
Suchen Sie direkt nach Ihrem Code
Geben Sie den Motorcode, Getriebecode oder die OE-Nummer ein. Unsicher, ob es passt? Rufen Sie uns an, wir prüfen es gern für Sie.
Anrufen: +49 4950 93890


